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Zoran Music (Gorizia/Görz 1909 - Venedig 2005)

Pferd und Reiter

1952
Gouache auf Papier
27 x 32,4 cm



Das Pferdesujet ist von 1945 bis 1954 das bildbestimmende Sujet in Zoran Musics künstlerischem Gestalten. Neben den Leinwänden – meist auf rohem Textil gemalt, um dem erdig Schroffen der dalmatinischen Region zu entsprechen – sind ebenso zahlreiche Zeichnungen, Aquarelle sowie Gouachen entstanden. Das vorliegende Werk besticht durch seine Subtilität, zeugt vom durchwegs abstrakten freimalerischen Verständnis des Künstlers, mit Farbe umzugehen, die um ihrer Selbst
Willen offen gelegt wird. Das Sujet verbindet sich harmonisch mit seiner Umgebung, ja es entsteht ein feines Gefüge von Farbzonen auf der Bildebene. Das Pferd wirkt beinahe bewegungslos, skulptural, seine Beine sind verjüngt, stelzenhaft. Aus dem muskulösen Anatomischen der Wirklichkeit wird eine zeichenhaft archaische Figur, die an skythische oder altchinesische Kleinplastiken mit dem selbigen Motiv erinnert. In der Literatur werden die „Cavallini“ trotz ihrer statischen Natur als Symbol für Musics nicht enden wollende Wanderschaft und seine Entwurzelung biografisch gedeutet. Musics nächster Verwandte der archaischen Pferdedarstellung in der Nachkriegskunst ist Marino Marini, beide bilden einen essenziellen figurativen Beitrag in dem dazumal von der Abstraktion bestimmten Tenor in der Kunst.

Florian Steininger


Provenienz: Sammlung Beverly B. Bernstein, Washington D.C.

Literature: Siegbert Metelko, Charlotte Hug: Zoran Music. Monographie. Verlag Artacatos. Vaumarcus / Zürich 2009.