Zoran Music (Gorizia/Görz 1909 - Venedig 2005)
Paysage vide
1961
Öl auf Leinwand
73 x 92 cm
,Paysage Vide‘ zählt zu jenen Gemälden um 1960, in denen Zoran Music am intensivsten der abstrakten Bildsprache verbunden ist. Werte wie Struktur, Atmosphäre und Monochromie treten deutlich in den Vordergrund, schieben gegenstandsbezogene Elemente wie noch in den Jahren zuvor zur Seite. Eine flirrende, schmutzig weiße Farbzone ist bildbestimmend, akzentuiert von braunen wolkigen Farbflecken in den Randzonen. Das Gemälde changiert zwischen haptischer und optisch räumlicher Qualität. Man fühlt sich an Jean Dubuffets Mauerstrukturbilder erinnert, aber zugleich auch an pulsierende Farbräume wie in der Farbfeldmalerei. Musics Abstraktionen sind immer an das Landschaftliche gekoppelt, meist an seine dalmatinische Heimat: schroffe, trockene Landstriche, gleißendes Licht. Diesen abstrakten Landschaften ist der Horizont entzogen, sie vermitteln keine Tiefe im eigentlichen Sinn, wenngleich sie vibrieren. In der abstrakten Bildsprache schwingen Geist und Erinnerung mit, es sind innere, mentale Sphären von Natur und Heimat: „Ich habe meine Landschaft in mir, von Kindheit an, da kommt nichts Wesentliches dazu ... ich führe einen Dialog mit der Landschaft um mich, diskutiere mit ihr, biete ihr mein Inneres an underhalte von ihr eine Antwort, die vielleicht vertieft oder korrigiert, was in mir ist. So wird jede Landschaft ein Spiegel meiner selbst, sie antwortet mir wie ein Echo.“1 Diese mentalen Landschaftsbilder sind schweigsam, dem Alltag enthoben.
Florian Steininger
1 Zoran Music, in: Zoran Music, Ausst. kat. Galerie Welz. Salzburg 2009, S. 6.
Literature:
Siegbert Metelko, Charlotte Hug: Zoran Music. Monographie. Verlag Artacatos. Vaumarcus / Zürich 2009, vgl. S. 230.