Zoran Music (Gorizia/Görz 1909 - Venedig 2005)
Cavallini
1951
Öl auf Leinwand
27,3 x 46 cm
,Cavallini‘ entstammt einem umfangreichen Werkblock, der um 1950 entstanden ist. Thema sind meist Pferdegruppen, die in einem ornamentalisierend abstrahierenden Formensystem auf die rohe, ungrundierte Leinwand gesetzt werden. Es ist mehr ein Komponieren mit stilisierten Farbzonen als ein naturalistisches Modellieren der Motive. Hier agiert Music mit einem sensitiven Bewusstsein für ein serielles Malen parallel zur Natur. Die Pferde werden zu Zeichen für eine Malerei an sich, die lyrische Atmosphäre ausatmet. Man denke hierbei an Giorgio Morandis kompakte Gemälde der Flaschen- Stillleben in erdigen Tönen mit meditativer Stille. Trotz aller bildautonomen Dimensionen scheint die gleißende Lichtsituation und die trockene Stimmung in den Gemälden Musics empfundener Natur zu entsprechen: „Mein erster Aufenthalt in Dalmatien war für mich entscheidend, denn dieses Land hat in mir eine Art Gleichgewichtsstörung ausgelöst, deren Konsequenzen sehr wichtig für die Entwicklung meiner Arbeit wurden. Es ist sehr einfach: indem ich das Land meiner Kindheit wiederfand, fand ich zu mir selbst ... dieses Land übte eine große Anziehungskraft auf mich aus, es drängte sich auf, und so versuchte ich, es zum Ausdruck zu bringen. Es wurde mein vertrautes, schicksalhaftes, fast obsessives Thema.“1 Ein knappes Jahrzehnt später wird der Künstler das Karstige und Gleißende der dalmatinischen Landschaft separat malen – lyrisch informelle Gemälde werden entstehen.
Florian Steininger
1 Zoran Music, Zoran Music, Sabine Schulze (ed.), Ausstellungskatalog Schirn Kunsthalle Frankfurt am Main (Ruit Ostiflern 1997), S. 10f
Literature:
Siegbert Metelko, Charlotte Hug: Zoran Music. Monographie. Verlag Artacatos. Vaumarcus / Zürich 2009.